Mit bewährter Führung, neuen Rekordzahlen und der Aussicht auf ein sportliches Hochkaliber blickt der FC Bayern einer rosigen Zukunft entgegen. Auf der Jahreshauptversammlung 2006 wurde Franz Beckenbauer mit großer Mehrheit als Präsident des FC Bayern München e.V. bestätigt und somit auch als Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG, die im abgelaufenen Geschäftsjahr als erster deutscher Fußballklub die Umsatz-Schallmauer von 200 Millionen Euro durchbrochen hat.
„Wir sind ein pumperlgesunder Verein“, sagte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, am Freitagabend in der Münchner Olympiahalle und kündigte vor rund 2.000 anwesenden Vereinsmitgliedern für die nächste Saison „möglicherweise einen neuen Weg in der Personalpolitik“ an, indem man sich sportlich mit einem „ganz großen Kracher“ verstärken werde.
Zum 14. Mal profitabel
Dabei, und das betonte Rummenigge ausdrücklich, werde man beim Rekordmeister aber „nicht zu finanziellen Hasardeuren“ werden. „Wir können das ohne Kredit leisten. Wir werden uns dem Thema stellen und versuchen, eine entsprechende Personalie nach München zu holen“, so Rummenigge weiter.
Beckenbauer, seit 1994 an der Spitze des e.V., und seine Vorstandskollegen Dr. Fritz Scherer und Bernd Rauch wurden bei der turnusmäßigen Wahl mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt. „Wir wollen mit unserem weiteren Engagement dazu beitragen, dass es dem Verein gut geht“, sagte der „Kaiser“. Nur der frühere Präsident Wilhelm Neudecker (1962 bis 1979) war länger im Amt als Beckenbauer.
Rekordumsatz erneut gesteigert
Sportlich und wirtschaftlich betrachtet war das zurückliegende Geschäftsjahr (1. Juli 2005 – 30. Juni 2006) beim FC Bayern äußerst erfolgreich. Die Mannschaft schaffte als erstes Team überhaupt die Verteidigung des Doubles aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Und trotz des frühen Ausscheidens im Champions-League-Achtelfinale konnte der FCB auch wirtschaftlich punkten. Zum 14. Mal in Folge hat der FC Bayern operativ profitabel gewirtschaftet.
So konnte der Rekordumsatz der Saison 2004/05 (189,5 Mio. €) erneut gesteigert werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stehen 204,7 Millionen Euro zu Buche, das ist ein Umsatzplus von über 15 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. (Die genaue Bilanz).
Durch und durch gesunder Klub
Beim operativen Ergebnis (EBITDA) verfehlte der FCB die Bestmarke des Vorjahres dagegen um eine Millionen Euro. Es wurden hier 27,0 Mio. € erwirtschaftet (04/05: 28,0 Mio. €). Als Gewinn nach Steuern sind 4,8 Mio. € ausgewiesen. (Die Finanzzahlen). „Die FC Bayern München AG ist heute wirtschaftlich ein durch und durch gesunder Klub und für die Zukunft bestens gerüstet“, zog Karl Hopfner, Finanzvorstand der FC Bayern München AG, eine mehr als positive Bilanz.
„Mit der Wiederholung des Double-Gewinns hat der FC Bayern nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich eine überaus erfolgreiche Saison 2005/2006 abgeschlossen,“ so Hopfner weiter. „Zum ersten Mal konnte in Deutschland ein Fußballklub einen Umsatz von über 200 Millionen Euro vorweisen. Wir sind, auch im internationalen Vergleich, sicherlich die positive Ausnahme dafür, sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg miteinander zu vereinen.“
Nur Benfica und Barcelona ist größer
Auch in Sachen Mitgliederzahlen ist und bleibt der FC Bayern der Klub der Rekorde. Nachdem im Vorjahr die magische Grenze von 100.000 Mitgliedern durchbrochen wurde, zählt der Rekordmeister aktuell 121.119 Mitglieder (Vorjahr: 104.720). Dazu kommen 2.290 Fanklubs (Vorjahr: 2.189), in denen 156.673 Anhänger (Vorjahr: 146.009) organisiert sind. Somit ist der FC Bayern mit weitem Abstand der größte Sportverein in Deutschland und hinter Benfica Lissabon und dem FC Barcelona die Nummer drei in der Welt.
Während Beckenbauer bei so vielen positiven Zahlen „fast schwindelig“ wurde, fand Rummenigge trotz jeder Menge Lobeshymnen auch mahnende Worte - und nahm in einer bislang „kuriosen Saison“ damit vor allem die Mannschaft in die Pflicht. „In der Bundesliga müssen wir in der nächsten Zeit Vollgas geben, schnell da hin kommen, wo wir hin wollen: An die Tabellenspitze“, forderte Rummenigge. „Platz vier ist nicht unser Ziel, wir wollen nach vorne.“