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'Es war nicht okay'

Kahn entschuldigt sich bei Dopingarzt

20.03.2007

Bayern-Kapitän Oliver Kahn hat in der so genannten Pinkelaffäre erstmals öffentlich Stellung bezogen. In einer schriftlichen Stellungnahme an die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat der 37 Jahre alte Torhüter seine Sicht der Vorkommnisse bei der Dopingkontrolle nach dem Champions-League-Spiel gegen Real Madrid am 7. März mitgeteilt. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). entschuldigte sich Kahn zugleich beim Dopingarzt: „Es war nicht okay, wie ich meinen spontanen Frust raus gelassen habe. Es tut mir leid“, sagte Kahn.

Das Interview mit Oliver Kahn:

Frage: Oliver Kahn, die Uefa erhebt Vorwürfe gegen Sie. Sie hätten gegen die „Regeln des guten Benehmens verstoßen“. Warum äußern Sie sich nicht dazu?
Oliver Kahn: „Dieser Vorwurf wurde von der Uefa Freitag Abend veröffentlicht. Nur: bis dahin und auch übers Wochenende hatten weder der FC Bayern noch ich irgendeine offizielle Information aus Nyon erhalten. Deshalb konnten wir nicht reagieren. Und nur auf Medienberichte nehme ich in so einer Situation nicht Stellung.“

Frage: Was ist bei der Dopingkontrolle nach dem Spiel gegen Real Madrid (2:1) nun wirklich passiert?
Kahn: „Es war eine dumme Situation. Wir hatten zum vierten Mal hintereinander bei einem Spiel Dopingkontrolle. Zum vierten Mal erwischte es von 18 möglichen Spielern ausgerechnet mich. Ich war genervt. Vor allem, weil meine Familie im Stadion wartete und ich ihr versprochen hatte, mich diesmal nach Schlusspfiff sehr zu beeilen. Wir wollten noch zusammen essen gehen.“

Frage: Was ist so schlimm an einer Dopingkontrolle?
Kahn: „Eigentlich gar nix. Aber ich kann nach solchen Spielen einfach nicht. Ich trinke Wasser, Mineralgetränke, bis nichts mehr reingeht - nichts. Ich brauch da immer zwei, drei Stunden, bis alles erledigt ist.

Frage: Auch diesmal?
Kahn: „Ja, bzw. nein, noch schlimmer. In der Kabine feierte die Mannschaft das Weiterkommen gegen Real Madrid, alle waren happy, ausgelassen. Und ich sitz da im Dopringraum, schau ständig auf die Uhr, weil die Familie wartet, trink alles mögliche in mich rein - und kann endlich nach zwei Stunden, so gegen 1 Uhr nachts. Als ich dem Dopingarzt meinen Becher bringe, sagt er, daß er nicht zugesehen hätte. Ich müsste noch mal.“

Frage: ...und dann haben Sie gegen die „Regeln guten Benehmens“ verstoßen?
Kahn: „Ich war müde, sauer, genervt. Ja, es war nicht okay, wie ich meinen spontanen Frust raus gelassen habe. Es tut mir heute auch leid.“

Frage: Was haben Sie getan?
Kahn: „Das teile ich der Uefa in einer schriftlichen Stellungnahme heute mit. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Frage: Wie hat der Dopingarzt reagiert?
Kahn: „Er war natürlich erschrocken. Es ist auch schwer für einen Außenstehenden, diesen unglaublichen Druck, der rund um ein K.o.-Spiel gegen Real Madrid herrscht, nach zu vollziehen. Und dann passiert noch so was wie mit der Dopingkontrolle. Aber klarer Fall, so was darf nicht passieren. Wie gesagt, es tut mir leid. Ich möchte mich beim Dopingarzt auch entschuldigen. Es war nicht okay und es wird auch nicht mehr vorkommen. Versprochen.“

Frage: Im Viertelfinale geht´s jetzt gegen den AC Mailand. Die Chancen - dass Sie spielen und für den FC Bayern?
Kahn: „Ich habe jetzt über 100 Champions League-Spiele gemacht - und mir nie etwas zu Schulden kommen lassen. Also gehe ich davon aus, daß ich spiele. Gegen Milan haben wir noch was gut zu machen. Das Ausscheiden in der letzten Saison schmerzt noch immer. Aber ich glaube, daß unsere Chancen diesmal besser sind. Wir sind gut drauf und wir haben das Rückspiel in München, wie gegen Real Madrid.“

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