Der Spitzenreiter der Bundesliga gegen den Tabellenletzten der 2. Liga, die beste Bundesliga-Offensive (26 Tore) gegen die schlechteste Zweitliga-Defensive (32 Gegentore) - selten sind die Rollen so klar verteilt wie vor dem Zweitrundenspiel im DFB-Pokal an diesem Mittwoch (20.30 Uhr, live im Ticker und im FCB.tv-Webradio) zwischen dem FC Bayern und dem FC Ingolstadt. „Auch solche Spiele muss man erst spielen“, warnte Jupp Heynckes davor, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. „Man darf im Fußball niemanden unterschätzen, kein Spiel ist ein Selbstläufer“, betonte der FCB-Chefcoach, der überzeugt ist: „Wir werden diesen Fehler nicht begehen.“
In der ersten Pokalrunde Anfang August in Braunschweig (3:0) hat Heynckes' Team dies bereits vorbildlich umgesetzt. Einen ähnlich „seriösen“ und konzentrierten Auftritt seiner Spieler erwartet Heynckes jetzt im Derby gegen Ingolstadt (Es gibt noch Tickets). „Wir werden uns so intensiv und so genau vorbereiten wie immer. Wir werden nichts dem Zufall überlassen“, kündigte der Trainer an.
Nach dem Videostudium und den Berichten seiner Scouts ist Heynckes überzeugt, dass die auswärts in dieser Saison noch punktlosen Ingolstädter besser sind als ihr Tabellenplatz. „Natürlich sind sie in einer Misere der Ergebnisse“, meinte er, „aber sie spielen immer eine Halbzeit gut. Gegen Bochum führen sie 3:1, gegen Duisburg 1:0 - und verlieren beide Spiele.“ Und in der Rückrunde der letzten Saison haben die Schanzer „richtig guten Fußball“ gespielt, erinnerte der Bayern-Coach, „fast mit dem gleichen Aufgebot.“
Butt im Tor
Im FCB-Aufgebot am Mittwoch wird es hingegen zumindest eine Änderung geben im Vergleich zum Spiel in Hannover am Wochenende: Im Tor wird Jörg Butt stehen, zum ersten Mal in dieser Saison. Das kündigte Heynckes am Dienstag an. „Er hat es verdient. Er ist ein klasse Torwart, arbeitet sehr gut, sehr professionell und ist in der Gruppe sehr positiv.“
Ob er auch auf anderen Positionen rotieren lassen wird, ließ Heynckes offen. „Darüber bin ich mir noch nicht im Klaren.“ Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Bastian Schweinsteiger und Daniel van Buyten, die beide nach wie vor an einem bronchialen Infekt laborieren. „Ich kann noch nicht sagen, ob sie spielen können“, sagte der 66-Jährige.
Wiedersehen mit Görlitz & Co.
Egal wer am Mittwochabend aufläuft, eines steht für Heynckes fest: „Wir werden eine kompetitive Mannschaft stellen, die sehr ehrgeizig und sehr zielorientiert ist. Die, die morgen spielen, werden alles geben.“ Um die Erwartungen der über 60.000 Zuschauer (Heynckes: „Phänomenal!“) in der Allianz Arena zu erfüllen. Um nach der unglücklichen Niederlage in Hannover in die Erfolgsspur zurückzukehren. Um dem Pokalfinale einen Schritt näher zu kommen.
Vom Finale träumt in Ingolstadt keiner. „Wir brauchen nicht von großen Wundern zu träumen, aber wir wollen uns endlich mal in guter Verfassung zeigen“, sagte FCI-Trainer Benno Möhlmann und forderte „einen mutigen Auftritt“ seiner Mannschaft. Insgesamt vier ehemalige Bayern (Görlitz, Leitl, Knasmüllner, Haas) hat er im Kader. Dieses Quartett freut sich besonders auf das Spiel. „Es wird etwas Besonderes“, meinte Andreas Görlitz, „wir stehen mal nicht unter Zugzwang. Ich sehe die Partie als Gelegenheit, uns neues Selbstvertrauen zu holen.“