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Der FC Basel im Portrait

Mit 'Superhirn' Vogel auf Erfolgskurs

16.12.2011

Der FC Basel hat einen Vogel! Und zwar nicht nur auf dem Platz, wo der Schweizer Meister für DIE Überraschung der Champions-League-Gruppenphase sorgte, den Vorjahresfinalisten Manchester United ausschaltete und als erster Schweizer Klub ins Achtelfinale einzog. Sondern auch neben dem Platz. Denn da sitzt der Vogel auf der Bank. Heiko Vogel genauer gesagt, Trainer des FC Basel, genannt: Superhirn.

„Es wird wieder einen Kampf David gegen Goliath geben für uns“, sagte dieser Vogel nach der Champions-League-Achtelfinal-Auslosung, die ihm ein Wiedersehen mit dem FC Bayern bescherte. Zehn Jahre lang (1998 bis 2008) war er Jugendtrainer beim FCB. Spieler wie Philipp Lahm, Thomas Müller und Diego Contento gingen auch durch seine Schule. Seine ehemaligen Schützlinge will er jetzt ärgern. „Wir schlüpfen gerne in die Rolle des David und hoffen auch dieses Mal, dem Goliath ein Bein stellen zu können.“

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    Die Bayern sind jedenfalls „gewarnt“, wie es Karl Hopfner ausdrückte. „Wir haben gesehen, wie sie mit ManU umgegangen sind.“ Nämlich humorlos. Im letzten Gruppenspiel besiegten die Basler den englischen Rekordmeister im heimischen St. Jakob-Park (36.000 Plätze) mit 2:1 und sicherten sich damit den zweiten Tabellenplatz vor Manchester. Schon beim Hinspiel in Old Trafford (3:3) hatten sie aufhorchen lassen.

    Das Erreichen des Champions-League-Achtelfinals, der bisher größte internationale Erfolg des 14-fachen Schweizer Meisters, ist eng verbunden mit dem Namen Vogel. Mitte Oktober übernahm der gebürtige Pfälzer, dessen Familie am Tegernsee wohnt, das Trainer-Amt von einem anderen Ex-Bayern: Thorsten Fink. Vogel und Fink hatten sich 2004 bei der Ausbildung zum Fußballlehrer kennen und schätzen gelernt. Ab 2008 bildeten sie ein Trainer-Duo, erst beim FC Ingolstadt, dann in Basel (seit 2009), wo sie 2010 die Meisterschaft feierten.

    'Alles wie ein Traum'

    Als Fink Mitte Oktober zum Hamburger SV wechselt, schlug Vogels Stunde. Er rückte, zunächst interimsmäßig, ins erste Glied. Letzten Montag (12. Dezember) erhielt er schließlich offiziell einen Vertrag als Chefcoach - eine Entscheidung, die niemanden mehr überraschte. Denn unter Vogel ist der FC Basel fast unschlagbar. 10 Siege, 2 Remis, 1 Niederlage - so lautet seine Bilanz nach 13 Pflichtspielen. In der Schweizer Liga machte er aus fünf Punkten Rückstand zur Tabellenspitze, sieben Punkte Vorsprung. In der Champions League sorgte er für Furore.


    „Es dauert wahrscheinlich bis 2017, bis ich realisiert habe, was wir erreicht haben“, sagte Vogel nach dem historischen Sieg gegen Manchester, „das ist alles wie ein Traum.“ Von der Presse wird der ehemalige Münchner hochgelobt. „Ein wenig Fink, ein wenig Löw, aber ganz Vogel“, beschrieb ihn der Züricher Tagesanzeiger und verglich ihn mit Bundestrainer Joachim Löw. „Er ist der Mann, der vom Assistenten und akribischen Arbeiter im Hintergrund scheinbar mühelos die Verwandlung zum Messias geschafft hat.“

    Routiniers und junge Wilde

    Viel verändert hat Vogel, der unter Fink vorwiegend für die Trainingsgestaltung zuständig gewesen war, nicht seit seinem Amtsantritt. Musste er auch nicht. Denn er übernahm eine funktionierende Mannschaft. Nach wie vor treten die Schweizer im 4-4-2-System an, in dem die ehemaligen Bundesligaprofis Marco Streller (Kapitän), Alexander Frei und Benjamin Huggel die großen Stützen sind. Unter den Stammspielern findet sich mit Markus Steinhöfer übrigens auch ein Spieler aus der Bayern-Jugend. Spieler wie Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka, Aleksandar Dragovic und Valentin Stocker gelten als viel beachtet bei internationalen Talentscouts.

    Mit dieser Mischung aus Routiniers und jungen Wilden und unter Leitung von einem Superhirn fiebert der FC Basel nun dem FC Bayern entgegen, auch wenn Trainer Vogel sich seinen Ex-Klub nicht als Gegner gewünscht hatte. „Gegen den FC Bayern haben wir schon in der vergangenen Saison gespielt, das muss nicht schon wieder sein“, hatte er vor der Auslosung an die beiden Niederlagen (1:2, 0:3) gegen den deutschen Rekordmeister in der Gruppenphase 2010/11 erinnert.

    'Weiter für Furore sorgen'

    Doch das Los meinte es anders. Und der erfolgreichste Klub der Schweiz der letzten Jahre (6 Mal Meister, 3 Mal Vizemeister und 5 Mal Pokalsieger seit 2002) glaubt an seine Chance. „Fußball wird mit dem Fuß gespielt, ist daher unpräzise und unberechenbar. Alles ist möglich“, hatte Vogel vor dem Coup gegen Manchester gesagt. Gleiches gilt jetzt gegen den FC Bayern. „Wir haben auch im Achtelfinale das Ziel, weiterzukommen“, meinte der Basler Chefcoach, „wir wollen weiter für Furore sorgen.“


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