Der FC Bayern steuert in der Champions League weiter klar Richtung Achtelfinale. Am vierten Spieltag der Vorrundengruppe F erkämpfte die Mannschaft von Jürgen Klinsmann beim AC Florenz ein 1:1(0:1)-Unentschieden und hat nun gemeinsam mit dem französischen Meister Olympique Lyon acht Zähler auf dem Konto. Schon mit einem Punkt im Heimspiel gegen Steaua Bukarest in drei Wochen kann der Rekordmeister endgültig das Ticket für die K.o.-Runde lösen.
Vor 40.000 Zuschauern im Stadio Artemio Franchi konnten die Bayern lange Zeit nicht an die guten Offensivleistungen der Vorwochen anknüpfen. Adrian Mutu sorgte nach elf Minuten für die verdiente Führung der Italiener, die in der Folgezeit viele gute Chancen ausließen oder am besten Bayer Michael Rensing scheiterten. Zwölf Minuten vor dem Ende schlug dann Tim Borowski zu und bescherte seiner Mannschaft mit seinem ersten Treffer für den FCB in der Königsklasse den anvisierten Punkt.
Chefcoach Klinsmann änderte seine Mannschaft im Vergleich zum 3:1-Sieg gegen Arminia Bielefeld am letzten Samstag auf zwei Positionen. Massimo Oddo ersetzte Christian Lell und Lukas Podolski spielte anstelle von Andreas Ottl, womit die Bayern im klassischen 4-4-2-System antraten. Bei der Fiorentina gab es gegenüber dem Hinspiel vor zwei Wochen in München einen Wechsel. Für den verletzten Manuel Vargas spielte Massimo Gobbi.
Bei angenehmen äußeren Bedingungen begannen die Bayern hochkonzentriert und waren bemüht, Ball und Gegner zu kontrollieren. In der fünften Minuten der erste Warnschuss durch Bastian Schweinsteiger, aber Fiorentina-Keeper Sebastian Frey musste nicht eingreifen. Die Hausherren begannen zunächst verhalten ohne groß Druck auf die Münchner aufzubauen. Mit ihrer ersten gelungenen Offensivaktion gingen sie aber gleich in Führung. Eine Rechtsflanke von Zauri verlängerte Alberto Gilardino mit dem Kopf auf Sturmpartner Mutu. Dieser drosch die Kugel mit links humorlos ins rechte obere Kreuzeck (11.).
Bayern zu harmlos in der Offensive
Auch in der Folgezeit das gleich Bild. Die Bayern mit mehr Ballbesitz, schafften es aber kaum einmal, gefährlich vor das italienische Tor zu kommen. Ein Kopfball von Zé Roberto (22.) und eine Direktabnahme von Schweinsteiger (33.) waren die einzig nennenswerten Möglichkeiten. Beide Male musste Frey aber nicht in Erscheinung treten. Insgesamt waren die Bayern bei ihren Angriffen viel zu harmlos.
Die weitaus besseren Möglichkeiten hatte Florenz, das immer gefährlich war, wenn es über die Flügel ging. Zwei Mal scheiterte Gilardino per Kopf am glänzend reagierenden Rensing (22./27.). Auf der Gegenseite versuchte es Mark van Bommel aus der zweiten Reihe (36.), der auch die beste Chance der Bayern in Hälfte eins einleitete. Nach Pass des Kapitäns kam Schweinsteiger aus 12 Metern in halbrechter Position frei zum Abschluss, traf aber nur das Außennetz (42.). So blieb es bei der verdienten Pausenführung der Italiener.
Florenzer Sturmlauf nach der Pause
Unverändert kamen beide Teams aus der Kabine. Doch im Gegensatz zur ersten Hälfte begann die Fiorentina mit viel Tempo und erspielte sich gleich drei dicke Chancen. In der 47. Minute verschätzte sich Lucio bei einem weiten Ball, Gilardino lupfte den Ball über den herausstürzenden Rensing aber auch über das Tor. Zwei Minuten später hatte erneut der italienische Nationalstürmer einen zweiten Treffer auf dem Fuß, scheiterte aber an Rensing. Kurz darauf setzte er einen Kopfball knapp über die Querlatte (50.).
Die Bayern standen in dieser Phase gehörig unter Druck und schafften es kaum einmal, für Entlastung zu sorgen. Einzige Ausnahme in der 48. Minute, als Podolski von links eine scharfe Hereingabe in den Strafraum brachte. Klose kam aber nur noch mit der Fußspitze an den Ball und verpasste das Tor knapp.
Mitte der zweiten Hälfte gelang es den Bayern, sich vom Druck der Hausherren etwas zu befreien. In der 68. Minute auch eine prima Gelegenheit, als Frey einen Flachschuss von Podolski nur nach vorne abklatschen konnte, Klose aber nicht mehr an den Abpraller herankam. Zehn Minuten darauf passte aber alles. Ribéry brachte einen Ball in die Mitte, Gamberini fälschte ab zu Borowski, der plötzlich ganz frei am Elfmeterpunkt stand. Eiskalt schob der Ex-Bremer den Ball zum 1:1 ins Tor.
Und beinahe wären die Bayern sogar noch als Sieger vom Platz gegangen. In der 80. Minute vergab Klose frei vor dem Fiorentina-Keeper die vorzeitige Achtelfinal-Qualifikation. Vier Minuten darauf wäre Florenz fast ein Eigentor unterlaufen. Und in der Nachspielzeit hatte der eingewechselte Toni Kroos mit einer Volleyabnahme das Siegtor auf dem Fuß. Letztendlich blieb es beim alles in allem verdienten Remis, das den Bayern mehr hilft als den Italienern.
Für fcbayern.de in Florenz: Dirk Hauser
| AC Florenz - FC Bayern 1:1 (1:0) | |
| AC Florenz | Frey - Zauri, Gamberini, Dainelli, Gobbi - Kuzmanovic (79. Osvaldo), Melo, Montolivo - Santana (62. Almiron), Gilardino, Mutu |
| FC Bayern | Rensing - Oddo, Lucio, Demichelis, Zé Roberto - Schweinsteiger (79. Kroos), Van Bommel, Borowski, Ribéry - Klose, Podolski (89. Ottl) |
| Ersatz: | Butt, Van Buyten, Breno, Lell, Sosa |
| Schiedsrichter: | Mallenco (Spanien) |
| Zuschauer | 40.000 |
| Tore: | 1:0 Mutu (11.), 1:1 Borowski (78.) |
| Gelbe Karten: | Montolivo / Borowski |