Der FC Bayern hat die Saison 2008/09 zu einem versöhnlichen Abschluss gebrach. Durch einen 2:1 (1:0)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart sicherte sich der Rekordmeister am letzten Spieltag als Tabellenzweiter die direkte Champions-League-Qualifikation. Zu einem Fußballwunder reichte es aber nicht mehr, da sich Spitzenreiter Wolfsburg die Meisterschaft durch einen 5:1-Sieg gegen Bremen nicht mehr vom Brot nehmen ließ.
Auf den Tage genau acht Jahre nach dem größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte, dem Champions-League-Triumph 2001, boten die Bayern den 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena ein unterhaltsames Spiel. Khalid Boulahrouz per Eigentor (16.) und Mark van Bommel (60.) trafen für den FCB, Mario Gomez (63.) verkürzte für den VfB. Am Ende feierte der FC Bayern aber einen verdienten 21. Saisonsieg im 1.500 Bundesligaspiel seiner Klubgeschichte.
Bewährte Kräfte
Im Saison-„Endspiel“ gegen den Verfolger aus Stuttgart vertraute Jupp Heynckes der selben Elf, die eine Woche zuvor 2:2 in Hoffenheim gespielt hatte. Lucio verteidigte also erneut auf der rechten Außenbahn, im rechten Mittelfeld lief José Ernesto Sosa auf und Schweinsteiger spielte hinter den beiden Spitzen Luca Toni und Lukas Podolski. Zé Roberto, Hamit Altintop, Christian Lell und Michael Rensing fehlten verletzt.
Beim VfB saß der zuletzt angeschlagene Abwehrchef Matthieu Delpierre etwas überraschend nur auf der Bank, dafür kam FCB-Leihgabe Georg Niedermeier von Beginn an zum Einsatz und hatte gleich viel zu tun. Denn die Bayern suchten vom Anpfiff weg den direkten Weg zum gegnerischen Tor. Den ersten Aufreger gab es in der sechsten Minute, als Mark van Bommel im Strafraum zu Fall kam. Schiedsrichter Florian Meyer ließ aber weiterspielen.
Boulahrouz ins eigene Tor
Dies war nur einer von mehreren knappen Zweikämpfen in der Anfangsphase einer umkämpften Partie, in der die Münchner sich dem Tor immer mehr annäherten. Toni traf in der 12. Minute mit einem Flachschuss den Außenpfosten, kurz darauf zappelte der Ball im Netz. Franck Ribéry spielte auf dem linken Flügel Doppelpass mit Podolski, drang in den Strafraum ein, legte quer auf Toni, doch Boulahrouz grätschte dazwischen und lenkte den Ball ins eigene Tor - 1:0 (16.).
Nur vier Minuten später prüfte Van Bommel VfB-Keeper Jens Lehmann aus 28 Metern mit einem beherzten Schuss, danach war von der FCB-Offensive erst einmal nicht mehr viel zu sehen. Unerklärlicherweise schalteten die Münchner einen Gang zurück und ließen Stuttgart so immer besser ins Spiel kommen.
Butt auf dem Posten
Die Bayern konnten sich in den folgenden 20 Minuten bei Jörg Butt bedanken, dass die knappe Führung bestehen blieb. Der FCB-Keeper klärte zunächst aus nächster Nähe gegen Christian Träsch (22.), war dann bei gefährlichen Distanzschüssen von Thomas Hitzlsperger (24.) und Gomez (27.) zur Stelle und klärte schließlich auch noch vor dem heranstürmenden Gomez (41.).
Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte aber Luca Toni kurz vor dem Pausenpfiff: Freistehend schoss er die Kugel aus fünf Metern Torentfernung über die Querlatte (44.). Kurz darauf war Lehmann einen Schritt schneller als der FCB-Stürmer (45.+1). Zur Halbzeit blieb es so beim 1:0.
Van Bommel mit dem Tunnel
Mit frischem Schwung kamen die Bayern aus der Kabine. Sie waren zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder aktiver und drängten auf das zweite Tor. Nach einer Stunde wurden sie dafür belohnt. Ribéry leitete einen Podolski-Pass schnell weiter in den Lauf von Van Bommel, der VfB-Schlussmann Lehmann tunnelte und die Kugel landete im Tor - 2:0 (60.).
Nur drei Minuten später jubelten die Bayern erneut, doch Podolskis Treffer wurde wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht gegeben. Während sich die Münchner noch über die Schiedsrichterentscheidung ärgerten, fiel das Tor auf der anderen Seite. Der VfB-Stürmer dribbelte sich durch den FCB-Strafraum und schoss die Kugel aus sechs Metern in die Maschen - nur noch 1:2 (63.).
Lehmann mit den Fingerspitzen
Die Schwaben gestalteten die Partie nun wieder offen. Sie erhöhten den Druck, um vielleicht auch noch den Ausgleich zu erzielen. In der 74. Minute wäre dies beinahe gelungen, doch Gomez zielt knapp vorbei. Die Schlussviertelstunde gehörte allerdings wieder dem FC Bayern, dem es gelang, die Stuttgarter vom eigenen Tor fernzuhalten. Schweinsteiger mit einem Distanzschuss (76.) und Philipp Lahm mit einem feinen Schlenzer, den Lehmann mit den Fingerspitzen parierte (89.), hätten das Ergebnis beinahe noch ausgebaut. Am 2:1 änderte sich aber bis zum Schluss nichts mehr.
Für fcbayern.de in der Allianz Arena: Nikolaus Heindl
| FC Bayern - VfB Stuttgart 2:1 (1:0) | |
| FC Bayern | Butt - Lucio, Van Buyten, Demichelis, Lahm - Sosa, Van Bommel, Schweinsteiger (77. Ottl), Ribéry - Toni (79. Klose), Podolski (88. Borowski) |
| Ersatz: | Kraft, Oddo, Breno, Müller |
| VfB Stuttgart | Lehmann - Träsch (69. Schieber), Boulahrouz, Niedermeier, Magnin - Hilbert, Khedira, Hitzlsperger (84. Marica), Gebhart (60. Da Silva) - Gomez, Cacau |
| Schiedsrichter: | Meyer (Burgdorf) |
| Zuschauer | 69.000 (ausverkauft) |
| Tore: | 1:0 Boulahrouz (16./Eigentor), 2:0 Van Bommel (60.), 2:1 Gomez (63.) |
| Gelbe Karten: | Van Bommel / Hitzlsperger |